
Afrikanische Weißbauchigel Der Atelerix albiventris, so der lateinische Name des Afrikanischem Weißbauchigels ist ein so genanntes „lebendes Fossil“. Er bevölkert die Erde bereits seit Millionen von Jahren in fast unveränderter Form. Dies lässt auf seine gute Anpassungsfähigkeit schließen. Neben der Tatsache das er kaum natürliche Feinde hat, verhalfen ihm sein Stachelkleid, welches er als undurchdringbare Kugel benutzt und seine breit gefächerte Insektennahrungspalette bis heute zu überleben. Heute ist er in Ost- und Westafrika angesiedelt und bewohnt dort das Steppengebiet und das Buschland. Es regnet dort lange Perioden gar nicht und die Igel legen eine Ruhephase ein. Diese ist der Winterpause unserer einheimischen Igel sehr ähnlich. Diese Phase findet von Juli bis September statt, da dann die Temperaturen am höchsten sind und es oft zu Futtermangel kommt. In der Natur leben die Igel als Einzelgänger und treffen nur während der Paarungszeit auf Artgenossen. Auch die Jungenaufzucht wird nur vom Muttertier betrieben. Weißbauchigel werfen nur 1- 2 mal pro Jahr. Sie leben in trockenen Bauten und legen nachts wenn sie aktiv werden lange Strecken zurück um an Nahrung zu gelangen. Die Lebenserwartung beträgt 6- 8 Jahre, aber in freier Wildbahn wird dieses Alter selten erreicht da sie keine medizinische Versorgen erfahren, an Futtermangel oder Mangelerscheinungen leiden können oder von Autos überfahren werden.
Als Haustier wurde dieser in den späten Achtzigern bekannt. Die Afrikaner wurden aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und als Wildfänge in Amerika importiert und verkauft. Über die Haltung war noch keine Erfahrung vorhanden und so wurden die Tiere falsch ernährt, behandelt und gehalten. Leider haben diese Exoten nicht mal ihr erstes Lebensjahr erreicht. Trotzdem erfreuten sie sich immer größerer Beliebtheit. Die meisten Züchter hatten nur den Gewinn vor Augen. Zu dieser Zeit konnten Weißbauchigel für mehrere 1000 $ verkauft werden. Ab 1994 gab es dann mehr Angebot an Zuchttiere als Nachfrage und so fielen die Preise. Dies überzeugte aber nur noch mehr Züchter sich diese Tiere zu kaufen und zu vermehren. Der Gewinn stand noch immer an vorderster Stelle und die Haltungsbedingungen haben sich erst leicht gebessert. Die NAHA (North American Hedgehog Association) eine Organisation die Züchtern, Haltern und damit den Tieren selbst helfen möchte, schaltete sich 1995 ein um für Aufklärung zu sorgen. Sie führten Standards ein und kämpften für bessere Haltungsbedingungen. Inzwischen hat sich vieles verbessert und den Hauptteil des Wissens über die kleinen Igel erhält man von den Amerikanern und deren Literatur. Leider ist dort bis heute kein Verständnis für den Bewegungsdrang vorhanden und die Mindestmaße dürfen keinesfalls als Maßstab genommen werden. Die Amerikaner sind auch heute noch, obwohl sich diverse Züchter schon seit einigen Jahren in Europa etabliert haben, Vorbilder in der Farbzucht. |